Wieso genügt bei einer Strickmaschine aus den frühen 1980er-Jahren nicht einfach ein x-beliebiges USB-Kabel für die Musterübertragung, so wie es bei fast jedem anderen alten Gerät reicht? Bei der Brother KH-940 meiner Frau reicht das nicht, und als IT-Berater hat mich genau diese Frage in einen kleinen Hardware-Hack im Keller getrieben.
Die kurze Antwort vorweg: Es liegt am Chipsatz im Kabel, nicht an der Form des Steckers. Die Maschine spricht ein serielles Protokoll auf TTL-Pegel, und die meisten Adapter aus der Elektronikabteilung emulieren diese Schnittstelle nur unzureichend. Wer das übergeht, riskiert abgebrochene Übertragungen oder beschädigte Musterdaten im Speicher der Maschine.
Woran liegt es wirklich, wenn die Übertragung abbricht?
Diese 8-polige DIN-Buchse ist der Kern des Problems – ein serieller Anschluss, der mit modernen Schnittstellen nichts gemein hat außer der Kabelfarbe. In meiner täglichen Arbeit habe ich mit Servermigrationen zu tun, aber diese Buchse hat mich anders gefordert als jeder Legacy-Server im Büro. Es geht nicht um Bandbreite, sondern um ein empfindliches Timing, das keine Aussetzer bei den Taktzyklen verzeiht.
Mein erster Weg führte über Foren. Die Ravelry-Community ist riesig, aber sie ist englischsprachig, und die KH-940 taucht dort kaum auf – die meisten Threads drehen sich um Maschinen, die in den USA verbreiteter sind. Nach einigem Suchen ohne brauchbaren Treffer war klar: Das Problem musste ich von der Hardware-Seite aus lösen, nicht über fremde Erfahrungsberichte.
Der naheliegende Griff zum billigen USB-auf-Seriell-Adapter aus der Grabbelkiste war mein zweiter Fehlversuch, und diesen Kauf würde ich niemandem empfehlen. Diese Adapter emulieren die serielle Schnittstelle, ohne die Spannungsstabilität am USB-Port sauber umzusetzen oder die Handshake-Signale der Maschine korrekt zu interpretieren. Das Ergebnis waren abgebrochene Übertragungen – und einmal ein Musterspeicher, den ich komplett neu aufsetzen musste.
Der FTDI-Chipsatz entscheidet über Erfolg oder Ausfall
Chipsätze von FTDI (Future Technology Devices International) gelten in der Industrie als Goldstandard für stabile USB-zu-Seriell-Kommunikation, weil ihre Treiber ausgereift sind und eine präzise Kontrolle über das Timing der Datenpakete erlauben. Bei einer Maschine, die Jahrzehnte alte Halbleiter nutzt, ist genau das überlebenswichtig. Ich habe mir ein Interface-Kabel besorgt, das diesen Chip fest verbaut hat, statt auf einen generischen Nachbau zu setzen.
Meine Werkbank im Keller ist inzwischen fest auf dieses Projekt eingerichtet: Die KH-940 steht dauerhaft am linken Ende der OSB-Platte, daneben zwei Metallregale mit beschrifteten Boxen für Nadeln und Ersatzteile, und ein Klapptisch mit dem Laptop dient als Schreibfläche für Testprotokolle.
Lothar Hamann, ein Kollege aus der IT, hat sofort verstanden, worum es ging, als ich ihm vom Handshake-Problem erzählte – für ihn war es einfach ein Verbindungsaufbau wie bei jedem Netzwerksegment, nur auf einer viel langsameren Ebene. Das Datenblatt mit der Pinbelegung schlage ich mittlerweile gar nicht mehr auf, wenn ich das Kabel ansetze – die Finger finden die richtige Schraube am DIN-Stecker inzwischen von allein.
Welche Software braucht die Verbindung zwischen PC und Brother KH-940?
Ohne ein Programm wie DesignaKnit (DAK) bleibt die Hardware stumm – das Kabel überträgt nur, was eine Software auch tatsächlich schickt. Andere Softwarelösungen für Brother-Maschinen unterscheiden sich stark in Bedienung und Funktionsumfang, das ist aber ein eigenes Thema für sich. Sobald das Muster im Speicher der Maschine liegt, bleibt ohnehin offen, ob es später auch in der Maschenprobe stimmt – eine ganz andere Baustelle als die reine Datenübertragung.
In einem früheren Bericht über Lochmuster ohne Lochkarten habe ich schon beschrieben, wie viel Zeit digitale Lösungen sparen können, wenn die Hardware mitspielt. Ob Lochkarte oder Elektronik am Ende die bessere Wahl für ein bestimmtes Modell ist, hängt vom Maschinentyp ab und würde hier zu weit führen.
Die richtige Einschaltreihenfolge
Die Stabilität der Verbindung hängt stark von der Reihenfolge ab, in der alles hochfährt: erst der PC, dann die Software, dann das Kabel, dann die Strickmaschine. Wer diese Kette nicht einhält, provoziert Interrupt-Fehler – ähnlich wie bei einer alten IT-Infrastruktur, bei der ein Gerät zu früh im Netz auftaucht und die Initialisierung durcheinanderbringt. Sobald ein Stecker am Kabel mit der Zeit ausleiert, landet man außerdem schnell beim Thema Ersatzteile für alte Strickmaschinen, aber das gehört in einen eigenen Beitrag.
Ein alter PC mit echtem seriellen Port schlägt jeden USB-Adapter
Wer noch einen alten Rechner mit einer echten RS-232-Schnittstelle besitzt, sollte diesen nutzen und auf moderne USB-Adapter verzichten, wenn es irgendwie geht. Die direkte Verbindung über einen echten COM-Port umgeht Treiberprobleme, Latenzen der USB-Emulation und Spannungsspitzen, die moderne Betriebssysteme durch ihr Power-Management gern verursachen. Der Laptop, den ich mittlerweile ausschließlich für die Strickmaschine reserviert habe, stammt vom Flohmarkt am Cannstatter Wasen – ein reines Windows-7-Gerät ohne jede andere Software, das ich nie aktualisiere.
Bevor man sich überhaupt einen gebrauchten Rechner mit echtem COM-Port zulegt, lohnt sich ein nüchterner Blick auf Kaufkriterien für gebrauchte Technik – das gilt für alte PCs genauso wie für gebrauchte Strickmaschinen selbst, aber das ist eine eigene Checkliste.
Häufige Fragen zur Hardware-Migration
Funktioniert das Prinzip auch bei anderen Marken? Notburga Schindler, die seit meinem ersten Bericht zur KH-940 im Maschenfein-Forum mitliest, besitzt selbst eine Silver Reed SK280 und kennt einen der letzten deutschen Händler, der noch FTDI-Kabel für alte Strickmaschinen führt – ohne ihren Hinweis hätte ich vermutlich länger im Ausland gesucht. Bei ihrer SK280 sitzt die serielle Schnittstelle an anderer Stelle und mit anderer Pinbelegung als bei der Brother KH-940, das Prinzip mit FTDI-Chipsatz und sauberer Einschaltreihenfolge lässt sich zwar übertragen, aber nicht eins zu eins kopieren. Wie sich das genau auf Silver Reed oder Passap überträgt, ist wieder ein eigener Vergleich.
Andere Fragen, die zu diesem Thema öfter aufkommen, gehören eigentlich in andere Kapitel: wie sich der Kurspreis gegen die investierten Übungsstunden rechnet, ob ein Feinstricker- oder ein Grobstricker-Modell besser zum eigenen Bedarf passt, ob sich ein nachträglicher Motor lohnt, wie eine Doppelbett-Erweiterung in der Praxis funktioniert und welche Grundausstattung an Zubehör tatsächlich nötig ist. Das sind eigene Vergleiche, die an anderer Stelle ausführlicher behandelt gehören.
Am Ende bleibt eine klare Reihenfolge für alle, die dieses Projekt angehen: ein FTDI-Kabel statt eines billigen Generik-Adapters, nach Möglichkeit ein alter Rechner mit echtem COM-Port statt drei USB-Adaptern in Reihe, und die feste Einschaltreihenfolge PC – Software – Kabel – Maschine. Wer sich daran hält, tauscht kryptische Fehlercodes gegen eine Verbindung, die einfach funktioniert.