Reihwerk

Wichtiges Zubehör für Brother Strickmaschinen: Diese Werkzeuge sparen Zeit

2026.06.09
Brother Strickmaschine Zubehör: Deckerkämme, Paraffin und Gewichte griffbereit am Nadelbett

Das mitgelieferte Werkzeug bremst die eigene Brother-Strickmaschine aus statt sie zu nutzen. Bei den 200 Nadeln im Bett unserer Maschine habe ich mich lange nicht gefragt, ob das stimmt, bin einfach weitergemacht, Masche für Masche, bis ein Fallmaschen-Fehler einen ganzen Ärmel ruinierte. Genau an diesem Punkt beginnt jeder ernsthafte Vergleich von Strickmaschinen-Zubehör: nicht bei der Frage, was im Karton liegt, sondern bei der Frage, was beim Maschinenstricken-Lernen wirklich zu mehr Effizienz beim Stricken führt.

Bevor es an die Werkzeuge geht, ein kurzer Hinweis: Diese Seite enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links einen Kurs oder ein Produkt kaufst, bekomme ich eine Provision — für dich ändert sich am Preis nichts. Ich empfehle hier nur, was ich an unseren eigenen Maschinen (Brother, Silver Reed, Passap, Knitmaster) tatsächlich ausprobiert habe.

Strickmaschinen-Zubehör: Was das Standard-Set kann — und wo es aufhört

Wer eine gebrauchte Brother KH-940 kauft, bekommt in der Regel ein paar Umhängenadeln und Gewichtskrallen mit dazu. Das reicht, um überhaupt anzufangen — vergleichbar mit dem einzelnen Schraubendreher, der einem Möbelbausatz beiliegt: Er funktioniert für die erste Schraube, aber nicht für ein ganzes Projekt. Die KH-940 selbst ist mit ihrem elektronischen Musterspeicher und 555 Motiven ein präzises Gerät, doch die Handarbeit am 4,5mm-Nadelabstand bleibt ohne Spezialzubehör mühsam.

Deckerkamm im Einsatz: mehrere Maschen gleichzeitig an der Brother-Strickmaschine umgehängt

Genau hier trennt sich beim Maschinenstricken-Lernen die Spreu vom Weizen. Auf engstem Raum müssen Maschen exakt übertragen werden, und wer das nur mit einer einzelnen Umhängenadel macht, merkt schnell, wie viel Zeit dabei verloren geht. In meinem eigenen Protokoll dauert ein Bündchen ohne Deckerkämme fast dreimal so lange wie mit — ein Unterschied, den man nicht wegdiskutieren kann, ähnlich wie bei einer IT-Migration ohne Skript für den Batch-Import, wo am Ende doch jemand Zeile für Zeile von Hand kopiert.

Deckerkämme gegen Einzelnadel: der Zeittest am Nadelbett

Der Unterschied wird konkret, sobald man beide Methoden nebeneinanderstellt. Mit der einzelnen Umhängenadel überträgt man eine Masche nach der anderen — bei 200 Nadeln im Bett ein Vorgang, der Konzentration und Geduld fordert, und ein einziger verlorener Stich bedeutet oft, das ganze Teil wieder aufzutrennen. Mit einem Satz Deckerkämme dagegen lassen sich zehn, zwanzig oder mehr Maschen in einem Zug umhängen, ohne dass die Fehlerquote steigt. Als ich die Rippenschiene neulich ansetzte, saß jede Nadel sofort korrekt im Schloss, kein Zurückschieben, kein zweiter Anlauf, nur weil ich inzwischen weiß, worauf es bei der Ausrichtung ankommt.

Ein gebrauchtes Set Deckerkämme, das ich vor einiger Zeit auf dem Trödelmarkt in Stuttgart-Möhringen aufgetan habe, tut nach etwas Politur denselben Dienst wie ein neues. Das zeigt: Bei diesem Zubehör zählt nicht die Marke, sondern ob Zinkenabstand und Bettbreite zur eigenen Maschine passen. Nicht die Marke. Bei einer Silver Reed sitzen die Nadeln anders als bei der Brother, und wer Deckerkämme zwischen den Systemen tauschen will, merkt schnell, dass nicht jedes Teil zu jedem Bett passt.

Paraffin, Kurs oder beides — wo sich die Investition wirklich lohnt

Billiges Kerzenwachs statt echtem Strick-Paraffin war mein erster Fehlgriff. Die Mechanik dankte es mir mit einem Schlitten, der ruckelte statt zu laufen. Echtes Paraffin sorgt dafür, dass der Schlitten ohne Widerstand über das Nadelbett zieht, denn wenn er hakt, liegt das selten an der Mechanik selbst, sondern an mangelnder Schmierung des Garns, ähnlich wie bei einem falsch konfigurierten Treiber, bei dem die Hardware kann, aber die Kommunikation nicht stimmt.

Schwieriger zu bewerten ist die Investition in Wissen. Ich habe früher YouTube-Tutorials ohne jedes Begleitmaterial durchgearbeitet, stundenlang, ohne dass am Ende etwas wirklich hängen blieb, weil mir der rote Faden fehlte. Auch ein einzelner, isoliert gekaufter Kurs half wenig, weil er zwar Grundlagen zeigte, aber keinen Bezug zur eigenen Maschine herstellte. Für so etwas würde ich niemandem raten, Geld auszugeben. Ein Subscription-Kurs wie Die gläserne Strickmaschine geht anders vor: geführter Lernpfad statt Einzelvideos, sieben Jahre am Markt und laut eigenen Angaben eine Refund-Rate unter einem Prozent. Wer wissen will, ob sich das für die eigene Maschine lohnt, findet die Details im Testbericht zum Kurs. Auch meine Kollegin im Forum, Notburga Schindler, die selbst eine Silver Reed SK280 fährt, wollte lange nichts von Online-Kursen wissen — bis sie sah, wie das Lernsystem tatsächlich aufgebaut ist.

Online-Kurs zum Maschinenstricken-Lernen auf dem Tablet neben dem Schlitten der Strickmaschine

Zeitersparnis im Überblick: vier Zubehörteile im Vergleich

Um Werkzeug und Wissen gegeneinander abzuwägen, habe ich die Zeit gemessen. Ein Pullover-Ärmel mit anspruchsvollem Muster dauerte beim ersten Versuch ohne System fast acht Stunden, inklusive Fehlersuche. Mit den passenden Deckerkämmen, Gewichten und einem klaren Lernpfad waren es beim nächsten Versuch unter drei Stunden. Mein Kollege Lothar, der Handarbeit als Freizeitbeschäftigung grundsätzlich für ineffizient hält, hat mir trotzdem geholfen, die Zahlen in eine Tabelle zu bringen — vermutlich, weil ihn das Prinzip der Optimierung mehr überzeugt als das Hobby selbst.

Zubehör Funktion Zeitersparnis-Faktor
Deckerkämme (Set) Mehrere Maschen gleichzeitig umhängen Hoch — spart rund 60% Zeit bei Bündchen
Krallengewichte Gleichmäßiger Abzug am Maschenrand Mittel — verhindert Fallmaschen
Paraffin-Block Garnschmierung für leichten Schlittenlauf Hoch — schont Arm und Mechanik
Strukturierter Kurs Systematisches Troubleshooting statt Einzelvideos Sehr hoch — senkt die Fehlerquote spürbar

Wähle das Werkzeug nach der Maschine, nicht nach dem Trend

Wer nur gelegentlich einzelne Maschen korrigiert, kommt mit der Umhängenadel aus dem Reparaturset weiterhin zurecht — für Ausbesserungen an ein, zwei Stellen lohnt sich ein Deckerkammset kaum. Wer dagegen regelmäßig ganze Bündchenreihen umhängt oder mit Musterwechseln arbeitet, sollte in Deckerkämme investieren, weil sich die Anschaffung schon nach wenigen Projekten auszahlt. Ähnlich bei der Maschine selbst: Bei der Brother KH-940 zählt der 4,5mm-Nadelabstand, bei einer Silver Reed SK-840 sitzen die Nadeln geringfügig anders, und eine Passap E6000 bringt mit ihrem Doppelbett-System nochmal andere Anforderungen an das Zubehör mit. Wer zwischen den Systemen wechselt oder eine zweite Maschine dazukauft, sollte das Zubehör also neu prüfen, statt automatisch das mitzunehmen, was für die alte Maschine funktioniert hat. Eine Maschenprobe-Kalibrierung gehört ebenfalls in dieses Bild, auch wenn sie ein eigenes Thema für sich ist, und ob Lochkarte oder elektronischer Musterspeicher die bessere Wahl ist, hängt wieder von ganz anderen Kriterien ab als vom Zubehör selbst. Sobald ein Teil verschleißt, stellt sich ohnehin die nächste Frage nach Ersatzteilen und Wartung.

Ein Kurs wie Die gläserne Strickmaschine kostet im Monat weniger, als ein misslungener Pullover an Wolle verschwendet — und wer ernsthaft mit Brother, Silver Reed oder Passap arbeitet, sollte diese Investition als Werkzeug behandeln, nicht als Kür. Für einen tieferen Vergleich der Trainingswege und eine genauere Kostenrechnung pro Lernstunde lohnt sich zusätzlich der Blick in meinen Strickmaschinen Kurs Vergleich.